Aubach

Der Aubach entspringt im Plonnermoos im Süden der Gemeinde Weßling und fließt an Delling und Meiling vorbei durch Oberalting in den Pilsensee. Mit seinen Nebenbächen bildet er ein vernetztes Biotopnetz, das in großen Teilen als Fauna-Flora-Habitatgebiet „Herrschinger Moos und Aubachtal“ geschützt ist.

Als von Gletschern geformte Moorlandschaft prägt das Aubachtal unsere Heimat im Voralpenland. Auf engem Raum entstehen unterschiedlichste Lebensräume mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Doch viele dieser wertvollen Strukturen stehen heute unter Druck: Entwässerung, Flächenverbrauch und zunehmende Trockenheit gefährden die ökologische Funktion des Tals.

Renaturierung des Aubachs – eine Aufgabe für die Zukunft

Die Schutzgemeinschaft Aubachtal hat bereits in den 1990er Jahren wichtige Grundlagen für den Schutz und die Renaturierung des Aubachs geschaffen. Mit Studien, Maßnahmenplänen und dem Gewässer-Pflege- und Entwicklungsplan von 1997 wurden fachlich fundierte Konzepte erarbeitet, die bis heute eine wertvolle Grundlage bilden.

FFH Managementplan Herrschinger Moos und Aubachtal
Teil I – Maßnahmen


FFH Managementplan Herrschinger Moos und Aubachtal
Teil II – Fachgrundlagen für das FFH-Gebiet


Gewässerpflege- und Entwicklungsplan Aubach
Büro Bolender, Landschaftsarchitekten, 1997


Fischbiologische Untersuchungen am Aubach
Bayerische Landesanstalt für Fischerei, 1993


Biotopkartierung
Landesamt für Umwelt, 1986


Einige der damals formulierten Ziele konnten teilweise umgesetzt werden, vorwiegend im Unterlauf des Aubachs zwischen der Seefelder Straße und der Eichenallee. Dort wurden ein Altwasser im Bereich des alten Klärwerks und Absetzteiche bei der Mündung des Günteringer Bachs geschaffen. Die Uferbereiche wurden renaturiert und mit  Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Dennoch bleibt der ökologische Zustand des Aubachtals vielerorts verbesserungsbedürftig.

Gerade angesichts von Klimawandel und damit einhergehend langen Trockenperioden, Artensterben und zunehmenden Hochwasserereignissen braucht das Gebiet neue Impulse und konkrete Maßnahmen. Heute geht es darum, die begonnenen Ansätze wieder aufzugreifen und konsequent weiterzuführen: Moore wieder zu vernässen, natürliche Bachläufe zu fördern, Wasser in der Landschaft zu halten und wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern.

Artenschutz

Naturnahe Gewässer und Feuchtflächen schaffen Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Im Aubachtal finden sich seltene Pflanzen (z.B. das fleischfarbene Knabenkraut  (Dactylorhiza incarnata), der wohlriechende Lauch (Allium suaveolens), die Pracht-Nelke (Dianthus superbus) und der stegellose Enzian (Gentiana clusii)), Amphibien (z.B. Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)), und Vögel (z.B. Bekassine (Gallinago gallinago) und Wasseramsel (Cinclus cinclus)), die auf Feuchtwiesen, Moore, Fliessgewässer und Tümpel angewiesen sind. Viele dieser Arten sind jedoch bedroht oder bereits zurückgedrängt worden.

Durch zusätzliche Renaturierungsmaßnahmen könnten neue Lebensräume entstehen und bestehende verbessert werden. Dazu gehören naturnahe Bachufer, Feuchtflächen, kleinere Anstauungen sowie ein vielfältiges Nebeneinander aus strukturreichen Gewässerbereichen. Ziel muss es sein, seltene Arten zu erhalten und – wo möglich – ihre Rückkehr zu fördern.

Bessere Wasserqualität im Pilsensee

Ein naturnaher Aubach kann wesentlich zur Wasserqualität des Pilsensees beitragen. Wenn Wasser langsamer durch Feuchtflächen und natürliche Bachschleifen fließt, werden Nährstoffe und Sedimente besser zurückgehalten. Intakte Moor- und Auenbereiche wirken dabei wie natürliche Filter. Eine weitere Renaturierung des Aubachtals wäre deshalb auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Sees.

Hochwasserschutz

Feuchte Böden, Moore und naturnahe Bachläufe speichern Wasser und geben es langsam wieder ab. Dadurch können Hochwasserspitzen abgepuffert werden. Trockene oder entwässerte Böden dagegen verlieren diese Fähigkeit.

Natürliche Schleifen im Bachlauf, wiedervernässte Moorflächen und auch die Tätigkeit des Bibers helfen dabei, Wasser länger in der Landschaft zu halten. Gerade in Zeiten zunehmender Starkregenereignisse gewinnt dieser natürliche Hochwasserschutz immer mehr an Bedeutung.

Grundwasserspeicher

Ein feuchtes Aubachtal trägt dazu bei, Grundwasser neu zu bilden und Wasserreserven für trockene Zeiten zu sichern. Wiedervernässte Böden speichern Wasser deutlich besser und stabilisieren den Wasserhaushalt der gesamten Landschaft.

Moore erhalten und CO₂ speichern

Die Moorlandschaften des Voralpenlandes wurden über Jahrzehnte entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Dadurch gingen viele natürliche Moorflächen verloren. Intakte Moore sind jedoch von großer Bedeutung für den Klimaschutz, da sie große Mengen CO₂ speichern.

Bund und Länder fördern deshalb zunehmend Programme zur Wiedervernässung von Mooren. Ziel ist es, zerstörte Moorflächen schrittweise zu regenerieren und ihre natürliche Funktion wiederherzustellen.

Weitere Informationen:

Wir als BN Ortsgruppe Seefeld möchten an die früheren Initiativen zum Schutz des Aubachtals anknüpfen und neue Verbesserungen anstoßen.  

Unsere Ziele sind:

  • Erhalt und Förderung der Artenvielfalt
  • Wiedervernässung von Moorflächen
  • Schutz des Bibers und seiner ökologisch wichtigen Arbeit
  • Mehr Wasserrückhalt in der Landschaft
  • Natürlicher Hochwasserschutz
  • Verbesserung der Wasserqualität des Pilsensees
  • Teilnahme an Moor- und Gewässerschutzprogrammen
  • Langfristiger Schutz wertvoller Feuchtflächen vor weiterer Bebauung

So könnte beispielsweise auf den Flächen am Jahnweg, die sich inzwischen im Besitz der Gemeinde befinden, statt eines Gewerbegebiets ein beispielhaftes Schutz- und Wiedervernässungsgebiet entstehen – unterstützt durch staatliche Förderprogramme.