Landschaftspflege

Biotoppflege Aubachtal

Die Ortsgruppe Seefeld betreut seit 2019 eine ca. 3 Hektar große Streuwiese im oberen Aubachtal. Das Gelände wird von Wald und mehreren alten Heckensäumen begrenzt und ist von Bachläufen durchzogen. Dadurch ist der Großteil der Wiese sehr nass, weshalb sich das Mähgut weniger als Tierfutter eignet sondern als Einstreu in Ställen verwendet wird. Aus dieser Verwendung leitet sich der Name Streuwiese ab. Allerdings befinden sich an manchen Stellen wasserundurchlässige Bodenschichten, so dass auch wechselfeuchte und halbtrockene Bereiche vorhanden sind. Durch diese vielfältigen Lebensräume weist die Streuwiese einen großen Artenreichtum auf und zählt damit heute zu einem sehr wertvollen Biotop.

Artenbestand

Bereits Mitte der 1980iger Jahre begann die OG Weßling, den Pflanzenbestand der Streuwiese zu kartieren. Diese Arbeiten wurden im April diesen Jahres von der OG Seefeld fortgeführt, um den aktuellen Artenbestand zu dokumentieren. Mehr als 100 Pflanzenarten konnten im Jahresverlauf nachgewiesen werden. Im April bestimmte das Gelb der Schlüsselblumen, der Sumpfdotterblume und das helle Blau des Sumpfvergissmeinichts das Erscheinungsbild der Wiese. Im Mai wurde dieses Farbenspiel vom Rot der Kuckuckslichtnelke ergänzt und fand seinen Höhepunkt Anfang Juni als sich die Wiese durch hunderte von Knabenkräutern und Margeriten rot-weiß färbte. Ab Juli dominierte wieder die Farbe Gelb durch Hahnenfuß, Gilbweiderich und Johanniskräuter. Zu den botanischen Kostbarkeiten zählen unter anderem das Sumpfläusekraut und verschiedene Laucharten, die sich auf der Roten Liste Bayerns befinden.

Im Sommer weist die Wiese zudem einen hohen Insektenreichtum auf, z.B. finden die Streifenwanze, Feldwespen, Wildbienen und diverse Libellen- und Heuschreckenarten (darunter die Sumpfschrecke und Roesels Beißschrecke) auf der Streuwiese einen Lebensraum. Auch die aus dem Mittelmeerraum stammende Wespenspinne, die sich in den letzten Jahren begünstigt durch den Klimawandel immer weiter nach Norden ausbreitet, ist sehr häufig auf der Wiese anzutreffen.

Pflege sichert und erhöht den Artenreichtum

Auch wenn der Eindruck entsteht, dass der heutige Zustand die ursprüngliche Natur der Wiese wiederspiegelt, so ist sie jedoch durch ihre Bewirtschaftung geprägt, denn ohne Mahd würde sie binnen weniger Jahrzehnte verbuschen und sich allmählich wieder in einen Wald zurückverwandeln. Dies versucht man zu verhindern, da sich im offenen Gelände der Streuwiese heute viele wertvolle Arten angesiedelt haben.

Um der drohenden Verbuschung entgegenzuwirken, wurden durch den Landschaftspfleger Herrn Ludwig im Dezember 2018 umfangreiche Rodungen durchgeführt. Die Wiese wird des Weiteren zweimal im Jahr maschinell gemäht und das entstehende Mähgut entfernt. Diese Maßnahme dient dazu, den Boden abzumagern, da nährstoffarme Böden die größte Artenvielfalt aufweisen.

Teilbereiche der Wiese können jedoch aufgrund der Nässe nicht mit dem Traktor gemäht werden. Hier breiten sich Neophyten (eingeschleppte Pflanzen), wie drüsiges Springkraut und kanadische Goldrute aus. Diese beiden Arten gefährden den Bestand einheimischer Pflanzen, weshalb die OG Seefeld die betroffenen Bereiche mehrfach mit der Sense gemäht hat um ihre Ausbreitung einzudämmen.